Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies. Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Nachdenkliches

 

Wird der Menschensohn, wenn er kommt,

auf der Erde Glauben finden?“,

so fragt Jesus (Lukas 18,8).

 

Gute Frage.

Bischof Eric Varden OCSO von Trondheim, Norwegen, greift diese Frage in seinem Buch „Heimweh nach Herrlichkeit. Ein Trappist über die Fülle des Lebens“ im Kapitel „Denkt an Lots Frau“ auf. (Herder-Verlag Freiburg, 2021, S. 71) „Wenn nicht, so lautet der Kontext: Warum haben die Botschafter des Evangeliums ihn nicht anziehender und glaubwürdiger vorgestellt?“

Diese kontextuelle Frage ist gewaltig. Sie verlangt Antwort und Rechenschaft. Jetzt schon und nicht erst dann, wenn der Menschensohn kommt. Sie kann und muss meines Erachtens im Kontext stehen mit der Aussendung der 72 Jünger und dem Auftrag um Arbeiter für die Ernte zu bitten (Lukas 10, 1).

All das auf dem Weg nach Jerusalem und zukunftsgerichtet auf die Zeit nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt bis zum unbekannten Tag seiner Wiederkunft.   

Im Einzelnen:

Der Herr sendet.

Nicht irgendwohin, sondern in alle Städte und Ortschaften,

in die er selbst gehen wollte. Er will sein Evangelium überall verkündet und die Menschen zu Glauben geführt haben, damit sie das Leben haben.

Der Herr sucht Arbeiter für die Ernte, er sucht keine Säenden.

Die Ernte ist da, die Frucht hat der Herr gewirkt, Er selbst.

Der Herr sucht aus, ruft und beauftragt, nicht die Gerufen selbst suchen aus, rufen, geben sich selbst einen Auftrag.

Der Auftrag des Herrn lautet: Frieden bringen und Kranke heilen.

Von Titeln und Posten ist keine Rede, auch nicht von Anhäufung von Geld und Gütern, auch nicht von glänzenden Gewändern und Amtszeichen.

Im Gegenteil.

 

Wird der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde Glauben finden?“ (Lukas 18,8). Wenn nicht: Warum haben die Botschafter des Evangeliums ihn nicht anziehender und glaubwürdiger vorgestellt?

Das Evangelium anziehend und glaubwürdig vorstellen in einer sich massiv verändernden Kirche und Gesellschaft unter der Last von Schuld und Versagen, davor stehen wir als Gemeinschaft der Kirche. Als Botschafter des Evangeliums können wir dem Menschen den Glauben lediglich vorschlagen aus eigener Überzeugung und tiefer Verbundenheit mit dem Herrn. Aus eigener Erfahrung und Überzeugung, dass der Glaube ein Lebensfundament ist und sein kann.

Den Glauben der Menschen können die Botschafter des Evangeliums nicht machen, sondern im besten Fall ihn wecken. Das ist untrennbar damit verbunden, dass wir den Menschen vermitteln, wie unverzichtbar dafür eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus ist und wie diese Beziehung gefüllt und gelebt werden kann.

 

Tun wir das, haben wir das getan, ausreichend getan, glaubwürdig und anziehend? Anziehend bezogen auf Jesus selbst und sein Evangelium?

Fragen, die alle angehen, die durch die Taufe zu Jesus Christus gehören, die durch Taufe und Firmung in seinem Auftrag stehen.

 

Das persönliche Angezogen sein von Jesus Christus und die persönliche Beziehung zu Ihm und mit Ihm, das sind die Grundlagen, die einzigen Grundlagen für den Glauben und für alles andere.

Auch dafür, dass der Menschsohn, wenn er kommt, auf der Erde Glauben findet.

 

Pastor Ludwig Krag 

 

 

PRÄVENTION IM BISTUM TRIER

 

Umsetzung eines pfarrlichen

„SCHUTZKONZEPTES GEGEN SEXUELLE GEWALT“

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat alle Pfarreien im Bistum Trier beauftragt, ein sogenanntes „Schutzkonzept“ zu erstellen. Das Ziel ist, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln, damit Kinder, Jugendliche und hilfsbedürftige Erwachsene in unseren Pfarreien sicher sein können, dass ihre Grenzen und ihre Intimität uneingeschränkt geachtet werden.

Die Kultur der Achtsamkeit beginnt mit einem Umdenken. Dieser Herausforderung müssen wir uns auch in unserer Pfarreiengemeinschaft stellen. Denn Kinder, Jugendliche und andere Schutzbedürftige sind uns anvertraut worden und vertrauen sich an. Daraus folgt eine große Verantwortung. Dazu bedarf es einer gemeinsamen Vorgehensweise aller, damit Verhalten aus Haltung erwächst. Der kommende Prozess, der bis Ende Juni 2022 abgeschlossen sein soll, erfordert eine Kraftanstrengung: Alle Mitarbeitenden, Gremien, Teams und Gruppen der Pfarrei müssen sich damit auseinandersetzen, Vereinbarungen treffen und sich darauf verpflichten.

Die Federführung für die Erarbeitung und Erstellung eines Schutzkonzeptes hat ein Team: Pfr. Ludwig Krag, Baron Antonius v. Salis-Soglio, Herr Norbert Hein, Frau Andrea Käfer, Frau Marietta Schneider, Frau Ute Sprengnöder, Frau Monika Oster, Herr Martin Müller. Die Arbeitsgruppe wird alle Bereiche auf Risiken und Veränderungsbedarfe prüfen, in denen wir mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbedürftigen arbeiten.

Parallel wird eine AG im Dekanat erarbeiten, welche Haltungen und Verhalten für eine Kultur der Achtsamkeit generell erforderlich sind. Am Ende wird ein Schutzkonzept für die Pfarreiengemeinschaft Kirchberg stehen, das künftig die Grundlage für alle sein wird, die bei uns haupt- oder ehrenamtlich mitarbeiten wollen.

Alle Pfarrangehörigen sind eingeladen, ihre Bemerkungen zu einem Schutzkonzept dem Team mitzuteilen. Bitte sprechen Sie zuhause, im Freundeskreis und mit Bekannten, mit den Seelsorgenden und in der Pfarrei über das wichtige Thema: Was müssen wir bei uns tun, damit wir zu einer Kultur der Achtsamkeit kommen, in der die Grenzen und die Intimität aller gewahrt werden?

 

Pfarrer Ludwig Krag