Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies. Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Glockenweihe

Dienstag, 10. Mai 2022

Ein außergewöhnliches Fest

Bischof weiht neue Kirchberger Glocken

Bischof Dr. Stephan Ackermann (rechts) gemeinsam bei der Glockenweihe mit Pfarrer Ludwig Krag. Foto: Christoph Strouvelle

Kirchberg – Ein außergewöhnliches Fest hat die Kirchengemeinde St. Michael in Kirchberg feiern können: Dort hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann vier Glocken geweiht, die in den kommenden Wochen im Turm der ältesten Kirche des Hunsrücks eingebaut werden.

Bei den Glocken handelt es sich um vier Bronzeglocken: Drei davon stammen aus der profanierten Kirche St. Paulus in Trier, die vierte wurde neu gegossen worden. Die Bronzeglocken ersetzen die Stahlglocken, die nach dem 2. Weltkrieg dort eingebaut wurden, weil die damaligen Bronzeglocken 1942 während des Krieges von den Nazis demontiert wurden, um daraus Kriegsgerät herzustellen.

„Eine Glockenweihe ist nicht alltäglich“, sagte Bischof Ackermann, der zu den drei Trierer Glocken eine persönliche Beziehung habe. Während seiner Ausbildungszeit zum Priester war er in der dortigen Kirchengemeinde tätig, teilte er den rund 250 Interessierten auf dem Platz vor der Pfarrkirche mit. „Ich kenne den Klang aus eigener Biografie, sie haben mich gerufen.“ Glocken hätten für die Gläubigen eine besondere Aufgabe: Sie sollen die Menschen in Tiefen und Höhen ihres Lebens begleiten. „Sie sollen Mutlose aufrichten, Trauernde trösten und Menschen auf ihrem letzten Gang begleiten“, erklärte Ackermann, bevor er die neu gegossene Glocke mit Chrisamöl sowie alle vier Glocken mit Weihrauch segnete.

Wolfgang Meurer, zweiter Vorsitzender des Verwaltungsrats, gab einen Überblick über die Geschichte des Glockenwechsels. Erstmals seien Arbeiten 2017 aufgrund von Rissen in der Aufhängung erwogen worden. „Vieles war nicht mehr in gutem Zustand“, erläuterte er. Insgesamt kostete der Austausch der Glocken mit den notwendigen Bauarbeiten 190.000 Euro, die von der Kirchengemeinde und dem Bistum Trier bezuschusst worden seien. Die drei Glocken aus St. Paulus habe man für einen „geschwisterlichen Preis“ in Höhe von 7000 Euro erhalten. Die neu gegossene vierte Glocke kostete 14.000 Euro. Die Spenden aus den Reihen der Gläubigen in Höhe von 57.000 Euro machten Meurer sprachlos. Die hohe Summe zeige die Verbundenheit der Kirchberger zu ihrer Pfarrgemeinde. Meurer freue sich auf den Moment, wenn die Glocken wieder im Turm läuten werden. „Das ist für uns etwas ganz, ganz Großes.“

Mit dabei auf dem Fest, das vom Musikverein Reckershausen-Heinzenbach begleitet wurde, waren auch Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik. Für Stadtbürgermeister Werner Wöllstein erzeugte die Glockenweihe ein erhabenes Gefühl, ein Lebensereignis, das so schnell nicht wieder käme. „Ich bin stolz, dass ich als Stadtbürgermeister dabei sein darf.“ Sein Herzenswunsch aus aktuellem Anlass: „Hoffentlich läuten die Glocken für den Frieden.“

    

PRÄVENTION IM BISTUM TRIER

 

Umsetzung eines pfarrlichen

„SCHUTZKONZEPTES GEGEN SEXUELLE GEWALT“

Bischof Dr. Stephan Ackermann hat alle Pfarreien im Bistum Trier beauftragt, ein sogenanntes „Schutzkonzept“ zu erstellen. Das Ziel ist, eine Kultur der Achtsamkeit zu entwickeln, damit Kinder, Jugendliche und hilfsbedürftige Erwachsene in unseren Pfarreien sicher sein können, dass ihre Grenzen und ihre Intimität uneingeschränkt geachtet werden.

Die Kultur der Achtsamkeit beginnt mit einem Umdenken. Dieser Herausforderung müssen wir uns auch in unserer Pfarreiengemeinschaft stellen. Denn Kinder, Jugendliche und andere Schutzbedürftige sind uns anvertraut worden und vertrauen sich an. Daraus folgt eine große Verantwortung. Dazu bedarf es einer gemeinsamen Vorgehensweise aller, damit Verhalten aus Haltung erwächst. Der kommende Prozess, der bis Ende Juni 2022 abgeschlossen sein soll, erfordert eine Kraftanstrengung: Alle Mitarbeitenden, Gremien, Teams und Gruppen der Pfarrei müssen sich damit auseinandersetzen, Vereinbarungen treffen und sich darauf verpflichten.

Die Federführung für die Erarbeitung und Erstellung eines Schutzkonzeptes hat ein Team: Pfr. Ludwig Krag, Baron Antonius v. Salis-Soglio, Herr Norbert Hein, Frau Andrea Käfer, Frau Marietta Schneider, Frau Ute Sprengnöder, Frau Monika Oster, Herr Martin Müller. Die Arbeitsgruppe wird alle Bereiche auf Risiken und Veränderungsbedarfe prüfen, in denen wir mit Kindern, Jugendlichen und Schutzbedürftigen arbeiten.

Parallel wird eine AG im Dekanat erarbeiten, welche Haltungen und Verhalten für eine Kultur der Achtsamkeit generell erforderlich sind. Am Ende wird ein Schutzkonzept für die Pfarreiengemeinschaft Kirchberg stehen, das künftig die Grundlage für alle sein wird, die bei uns haupt- oder ehrenamtlich mitarbeiten wollen.

Alle Pfarrangehörigen sind eingeladen, ihre Bemerkungen zu einem Schutzkonzept dem Team mitzuteilen. Bitte sprechen Sie zuhause, im Freundeskreis und mit Bekannten, mit den Seelsorgenden und in der Pfarrei über das wichtige Thema: Was müssen wir bei uns tun, damit wir zu einer Kultur der Achtsamkeit kommen, in der die Grenzen und die Intimität aller gewahrt werden?

 

Pfarrer Ludwig Krag